Wie schon vor unserem Schützenfest brodelte auch vor dem Kreisschützenfest die dörfliche Gerüchteküche. Seit 2025 war Etteln nach unserem Kreisschützenfest 2004 erstmals wieder schießberechtigt. Unser König Stefan Wübbeke hatte sich im Vorfeld mit seinem Hofstaat und dem Schützenvorstand über seine Ambitionen abgestimmt. Entsprechend ging es am Sonntag, dem 6. September, in freudiger Erwartung nach Salzkotten. Eine kleine Abordnung war bereits am Samstag vor Ort, wo u. a. die Schützenmesse stattfand – schließlich konnte ein wenig göttlicher Beistand für das Vorhaben nicht schaden.
Auf dem Antreteplatz an der Sälzerhalle blieb zunächst etwas Zeit, um sich auf den Tag einzustimmen. Nach den Grußworten folgten das historische Fahnenschwenken und Böllerschüsse am Gradierwerk, an denen auch die Ettelner Böllerschützen beteiligt waren. Anschließend setzte sich der große Festumzug durch die Salzkottener Innenstadt in Bewegung. Bei bestem Wetter säumten zahlreiche Besucher die Straßen und sorgten gemeinsam mit den Schützen, Hofstaaten, Musikerinnen und Musikern für eine beeindruckende Kulisse.

Im Festzelt angekommen, heizte die Blaskapelle Etteln ihrem Tubaspieler Stefan, seiner Königin Eva, dem Hofstaat und den mitgereisten Ettelnern noch einmal kräftig ein. So konnte Stefan frohen Mutes unter der Vogelstange antreten.
Im ersten Durchgang durften zunächst die Könige aller Mitgliedsvereine auf den Kreisvogel schießen, ab dem zweiten Durchgang waren nur noch die schießberechtigten Vereine dabei. Lange warten mussten die ersten Prinzen nicht: Mergim Hiseni aus Husen holte mit dem 5. Schuss den Apfel, Michael Schniederjohann aus Upsprunge mit dem 20. Schuss die Krone. Beim Zepter dauerte es etwas länger. Nachdem der Salzkottener König Norbert Lichte bereits einen großen Teil abgeschossen hatte, holte Dominik Arens aus Haaren mit dem 68. Schuss den verbliebenen Rest aus dem Kugelfang.
Danach lichtete sich das Feld der ernsthaften Aspiranten deutlich. Schließlich entwickelte sich ein spannender Wettbewerb zwischen Martin Bergmeier aus Niederntudorf, Robin Buntenbach aus Verne, Enzo Stockmar aus Helmern, Tobias Meier aus Henglarn und unserem König Stefan Wübbeke.
Damit standen die Aussichten für Etteln zumindest geografisch schon einmal nicht schlecht. Vier der fünf verbliebenen Orte lagen schließlich in unserer näheren Nachbarschaft. Irgendwo in der Gegend würde das nächste Kreisschützenfest also mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit stattfinden.
Schließlich hing nur noch der Mittelteil des Vogels im Kugelfang. Unterhalb der Schraube war das Holz bereits deutlich gespalten. Dann kam der 139. Schuss: Stefan setzte oberhalb der Schraube an – und leerte den Kugelfang.
Was anschließend unter der Vogelstange losbrach, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Der Jubel der zahlreich versammelten Ettelner kannte keine Grenzen. Stefan war Kreisschützenkönig – und damit stand fest:
Das Kreisschützenfest 2027 findet in Etteln statt!

Nach 1983 und 2004 dürfen wir dieses Fest damit zum dritten Mal ausrichten. Das kommende 68. Kreisschützenfest des Altkreises Büren führt die Kreisschützenfamilie also wieder nach Etteln.
Nach dem ersten Jubel und vielen Umarmungen ging es für das frischgebackene Kreiskönigspaar Eva und Stefan, den Hofstaat und die Ettelner Dorfgemeinschaft gemeinsam zurück ins Festzelt. Dort musste allerdings noch eine wichtige Frage geklärt werden: Wem gehört Stefan eigentlich? Denn Stefan ist nicht zum ersten Mal König. Bereits 2016 regierten Stefan und Eva-Maria unseren schönen Nachbarort Henglarn. Entsprechend ließen die ersten Vereinnahmungsversuche und der eine oder andere Freud’sche Versprecher nicht lange auf sich warten. Die Antwort der Ettelner fiel allerdings unüberhörbar aus:
„Einer von uns!“

Den Henglarnern sei an dieser Stelle aber versichert: Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit euch zu feiern – und werden euch bei zukünftigen Kreisschützenfesten schon aus purem Eigennutz ganz besonders fest die Daumen unter der Vogelstange drücken.
Unter großem Jubel wurden Stefan und Eva-Maria anschließend als neues Kreiskönigspaar gefeiert. Sie folgten auf David Käuper und Sabrina Bohr aus Salzkotten, die den Kreisschützenbund im vergangenen Jahr repräsentiert hatten.
Die ursprünglich für 19:30 Uhr geplante Rückfahrt nach Etteln war zu diesem Zeitpunkt für die große Mehrheit keine ernsthafte Option mehr. Stattdessen wurde kurzerhand noch ein zusätzlicher Bus organisiert – allerdings in die andere Richtung, um weitere Ettelner zum Feiern nach Salzkotten zu bringen. Die Party ging erst spät zu Ende. Und vermutlich auch nur deshalb, weil für den Montag noch ein kleiner Restbestand an Energie benötigt wurde.
Denn für das Königspaar, den Hofstaat, den Vorstand und zahlreiche Ettelnerinnen und Ettelner ging es bereits um Montagmorgen weiter. Gestärkt durch das Schützenfrühstück folgte der nächste symbolträchtige Moment: Kreisschützenoberst Reinhard Mattern übergab die Kreisstandarte von der Salzkottener an die Ettelner Schützenabordnung. Spätestens damit wurde aus dem Jubel des Vorabends endgültig der Auftrag für das kommende Jahr. Mattern dankte den Salzkottener Gastgebern und dem scheidenden Kreiskönigspaar für ein Kreisschützenfest, das vielen Menschen in Erinnerung bleiben werde.

Ganz unerfahren sind wir Ettelner mit zwei bereits ausgerichteten Kreisschützenfesten sicherlich nicht. Trotzdem nahm der geschäftsführende Vorstand das Angebot der Salzkottener gerne an, von ihren Erfahrungen zu profitieren. Denn ehrlicherweise hat sich seit 2004 einiges verändert – und uns ist sehr bewusst, welche große Aufgabe nun vor uns liegt. Bereits für die Tage nach dem Fest galt es deshalb, gemeinsam mit den Salzkottenern den Transport des umfangreichen Materials nach Etteln abzustimmen.
Nach dem offiziellen Teil wurde darüber aber zunächst nicht mehr allzu lange nachgedacht. Zahlreiche Besucher waren am Montag noch einmal zum großen Finale nach Salzkotten gekommen. Einer der musikalischen Höhepunkte war das gemeinsame Spiel von gleich vier Kapellen: den Spielmannszügen aus Thüle und Salzkotten sowie den Musikvereinen aus Upsprunge und Scharmede. Anschließend übernahmen DJ Mino und DJ Fabian Farke.
Viele Ettelner – darunter nicht wenige, die kurzfristig noch einen zusätzlichen Urlaubstag organisiert hatten – feierten bis in den Abend weiter. Zurück in Etteln führte der Weg schließlich noch in die Gaststätte Dopp. Dort wartete auf Stefan und Eva standesgemäß ein roter Teppich – und auf alle anderen die nächste Gelegenheit, weiterzufeiern.
Auf der Webseite der St. Johannes Schützenbruderschaft Salzkotten findet sich ebenfalls ein ausführlicher Bericht. Die Salzkottener haben uns freundlicherweise auch einige der Fotos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Einige Videos zum Kreisschützenfest gibt es bei SÄLZER.TV zu sehen:
























