Kategorien
Uncategorized

Bericht vom Kreisschützenfest 2026 in Salzkotten

Wie schon vor unse­rem Schüt­zen­fest bro­del­te auch vor dem Kreis­schüt­zen­fest die dörf­li­che Gerüch­te­kü­che. Seit 2025 war Etteln nach unse­rem Kreis­schüt­zen­fest 2004 erst­mals wie­der schieß­be­rech­tigt. Unser König Ste­fan Wüb­be­ke hat­te sich im Vor­feld mit sei­nem Hof­staat und dem Schüt­zen­vor­stand über sei­ne Ambi­tio­nen abge­stimmt. Ent­spre­chend ging es am Sonn­tag, dem 6. Sep­tem­ber, in freu­di­ger Erwar­tung nach Salz­kot­ten. Eine klei­ne Abord­nung war bereits am Sams­tag vor Ort, wo u. a. die Schüt­zen­mes­se statt­fand – schließ­lich konn­te ein wenig gött­li­cher Bei­stand für das Vor­ha­ben nicht schaden.

Auf dem Antre­te­platz an der Sälz­erhal­le blieb zunächst etwas Zeit, um sich auf den Tag ein­zu­stim­men. Nach den Gruß­wor­ten folg­ten das his­to­ri­sche Fah­nen­schwen­ken und Böl­ler­schüs­se am Gra­dier­werk, an denen auch die Ettel­ner Böl­ler­schüt­zen betei­ligt waren. Anschlie­ßend setz­te sich der gro­ße Fest­um­zug durch die Salz­kot­te­ner Innen­stadt in Bewe­gung. Bei bes­tem Wet­ter säum­ten zahl­rei­che Besu­cher die Stra­ßen und sorg­ten gemein­sam mit den Schüt­zen, Hof­staa­ten, Musi­ke­rin­nen und Musi­kern für eine beein­dru­cken­de Kulisse.

Im Fest­zelt ange­kom­men, heiz­te die Blas­ka­pel­le Etteln ihrem Tuba­spie­ler Ste­fan, sei­ner Köni­gin Eva, dem Hof­staat und den mit­ge­reis­ten Ettel­nern noch ein­mal kräf­tig ein. So konn­te Ste­fan fro­hen Mutes unter der Vogel­stan­ge antreten.

Im ers­ten Durch­gang durf­ten zunächst die Köni­ge aller Mit­glieds­ver­ei­ne auf den Kreis­vo­gel schie­ßen, ab dem zwei­ten Durch­gang waren nur noch die schieß­be­rech­tig­ten Ver­ei­ne dabei. Lan­ge war­ten muss­ten die ers­ten Prin­zen nicht: Mer­gim Hise­ni aus Husen hol­te mit dem 5. Schuss den Apfel, Micha­el Schnie­der­jo­hann aus Upsprun­ge mit dem 20. Schuss die Kro­ne. Beim Zep­ter dau­er­te es etwas län­ger. Nach­dem der Salz­kot­te­ner König Nor­bert Lich­te bereits einen gro­ßen Teil abge­schos­sen hat­te, hol­te Domi­nik Are­ns aus Haa­ren mit dem 68. Schuss den ver­blie­be­nen Rest aus dem Kugelfang.

Danach lich­te­te sich das Feld der ernst­haf­ten Aspi­ran­ten deut­lich. Schließ­lich ent­wi­ckel­te sich ein span­nen­der Wett­be­werb zwi­schen Mar­tin Berg­mei­er aus Nie­dern­tu­dorf, Robin Bun­ten­bach aus Ver­ne, Enzo Stock­mar aus Hel­mern, Tobi­as Mei­er aus Hen­g­larn und unse­rem König Ste­fan Wüb­be­ke.
Damit stan­den die Aus­sich­ten für Etteln zumin­dest geo­gra­fisch schon ein­mal nicht schlecht. Vier der fünf ver­blie­be­nen Orte lagen schließ­lich in unse­rer nähe­ren Nach­bar­schaft. Irgend­wo in der Gegend wür­de das nächs­te Kreis­schüt­zen­fest also mit ziem­lich hoher Wahr­schein­lich­keit statt­fin­den.
Schließ­lich hing nur noch der Mit­tel­teil des Vogels im Kugel­fang. Unter­halb der Schrau­be war das Holz bereits deut­lich gespal­ten. Dann kam der 139. Schuss: Ste­fan setz­te ober­halb der Schrau­be an – und leer­te den Kugelfang.

Was anschlie­ßend unter der Vogel­stan­ge los­brach, lässt sich nur schwer in Wor­te fas­sen. Der Jubel der zahl­reich ver­sam­mel­ten Ettel­ner kann­te kei­ne Gren­zen. Ste­fan war Kreis­schüt­zen­kö­nig – und damit stand fest:
Das Kreis­schüt­zen­fest 2027 fin­det in Etteln statt!

Nach 1983 und 2004 dür­fen wir die­ses Fest damit zum drit­ten Mal aus­rich­ten. Das kom­men­de 68. Kreis­schüt­zen­fest des Alt­krei­ses Büren führt die Kreis­schüt­zen­fa­mi­lie also wie­der nach Etteln.

Nach dem ers­ten Jubel und vie­len Umar­mun­gen ging es für das frisch­ge­ba­cke­ne Kreis­kö­nigs­paar Eva und Ste­fan, den Hof­staat und die Ettel­ner Dorf­ge­mein­schaft gemein­sam zurück ins Fest­zelt. Dort muss­te aller­dings noch eine wich­ti­ge Fra­ge geklärt wer­den: Wem gehört Ste­fan eigent­lich? Denn Ste­fan ist nicht zum ers­ten Mal König. Bereits 2016 regier­ten Ste­fan und Eva-Maria unse­ren schö­nen Nach­bar­ort Hen­g­larn. Ent­spre­chend lie­ßen die ers­ten Ver­ein­nah­mungs­ver­su­che und der eine oder ande­re Freud’sche Ver­spre­cher nicht lan­ge auf sich war­ten. Die Ant­wort der Ettel­ner fiel aller­dings unüber­hör­bar aus:

„Einer von uns!“

Den Hen­g­lar­nern sei an die­ser Stel­le aber ver­si­chert: Wir freu­en uns sehr dar­auf, gemein­sam mit euch zu fei­ern – und wer­den euch bei zukünf­ti­gen Kreis­schüt­zen­fes­ten schon aus purem Eigen­nutz ganz beson­ders fest die Dau­men unter der Vogel­stan­ge drücken.

Unter gro­ßem Jubel wur­den Ste­fan und Eva-Maria anschlie­ßend als neu­es Kreis­kö­nigs­paar gefei­ert. Sie folg­ten auf David Käu­per und Sabri­na Bohr aus Salz­kot­ten, die den Kreis­schüt­zen­bund im ver­gan­ge­nen Jahr reprä­sen­tiert hatten.

Die ursprüng­lich für 19:30 Uhr geplan­te Rück­fahrt nach Etteln war zu die­sem Zeit­punkt für die gro­ße Mehr­heit kei­ne ernst­haf­te Opti­on mehr. Statt­des­sen wur­de kur­zer­hand noch ein zusätz­li­cher Bus orga­ni­siert – aller­dings in die ande­re Rich­tung, um wei­te­re Ettel­ner zum Fei­ern nach Salz­kot­ten zu brin­gen. Die Par­ty ging erst spät zu Ende. Und ver­mut­lich auch nur des­halb, weil für den Mon­tag noch ein klei­ner Rest­be­stand an Ener­gie benö­tigt wurde.

Denn für das Königs­paar, den Hof­staat, den Vor­stand und zahl­rei­che Ettel­ne­rin­nen und Ettel­ner ging es bereits um Mon­tag­mor­gen wei­ter. Gestärkt durch das Schüt­zen­früh­stück folg­te der nächs­te sym­bol­träch­ti­ge Moment: Kreis­schüt­zen­oberst Rein­hard Mat­tern über­gab die Kreis­stan­dar­te von der Salz­kot­te­ner an die Ettel­ner Schüt­zen­ab­ord­nung. Spä­tes­tens damit wur­de aus dem Jubel des Vor­abends end­gül­tig der Auf­trag für das kom­men­de Jahr. Mat­tern dank­te den Salz­kot­te­ner Gast­ge­bern und dem schei­den­den Kreis­kö­nigs­paar für ein Kreis­schüt­zen­fest, das vie­len Men­schen in Erin­ne­rung blei­ben werde.

Ganz uner­fah­ren sind wir Ettel­ner mit zwei bereits aus­ge­rich­te­ten Kreis­schüt­zen­fes­ten sicher­lich nicht. Trotz­dem nahm der geschäfts­füh­ren­de Vor­stand das Ange­bot der Salz­kot­te­ner ger­ne an, von ihren Erfah­run­gen zu pro­fi­tie­ren. Denn ehr­li­cher­wei­se hat sich seit 2004 eini­ges ver­än­dert – und uns ist sehr bewusst, wel­che gro­ße Auf­ga­be nun vor uns liegt. Bereits für die Tage nach dem Fest galt es des­halb, gemein­sam mit den Salz­kot­ten­ern den Trans­port des umfang­rei­chen Mate­ri­als nach Etteln abzustimmen.

Nach dem offi­zi­el­len Teil wur­de dar­über aber zunächst nicht mehr all­zu lan­ge nach­ge­dacht. Zahl­rei­che Besu­cher waren am Mon­tag noch ein­mal zum gro­ßen Fina­le nach Salz­kot­ten gekom­men. Einer der musi­ka­li­schen Höhe­punk­te war das gemein­sa­me Spiel von gleich vier Kapel­len: den Spiel­manns­zü­gen aus Thü­le und Salz­kot­ten sowie den Musik­ver­ei­nen aus Upsprun­ge und Sch­ar­me­de. Anschlie­ßend über­nah­men DJ Mino und DJ Fabi­an Farke.

Vie­le Ettel­ner – dar­un­ter nicht weni­ge, die kurz­fris­tig noch einen zusätz­li­chen Urlaubs­tag orga­ni­siert hat­ten – fei­er­ten bis in den Abend wei­ter. Zurück in Etteln führ­te der Weg schließ­lich noch in die Gast­stät­te Dopp. Dort war­te­te auf Ste­fan und Eva stan­des­ge­mäß ein roter Tep­pich – und auf alle ande­ren die nächs­te Gele­gen­heit, weiterzufeiern.

Auf der Web­sei­te der St. Johan­nes Schüt­zen­bru­der­schaft Salz­kot­ten fin­det sich eben­falls ein aus­führ­li­cher Bericht. Die Salz­kot­te­ner haben uns freund­li­cher­wei­se auch eini­ge der Fotos zur Ver­fü­gung gestellt. Vie­len Dank dafür!

Eini­ge Vide­os zum Kreis­schüt­zen­fest gibt es bei SÄLZER.TV zu sehen: