Kategorien
Uncategorized

Stefan Wübbeke regiert Etteln

Bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren und bes­ter Stim­mung fand am Sams­tag, dem 27. Juni, unser tra­di­tio­nel­les Vogel­schie­ßen an der Gemein­de­hal­le statt. In Erwar­tung des wohl hei­ßes­ten Tages des Jah­res hat­te der Vor­stand bereits früh­zei­tig Marsch­er­leich­te­rung ange­kün­digt. Letzt­lich wur­de auch auf den Marsch zur Abho­lung des Obersts und des amtie­ren­den Königs Andre­as Kirch­hoff ver­zich­tet. Ein kur­zer, uner­war­te­ter Regen­schau­er sorg­te zwi­schen­durch zwar für etwas Abküh­lung, die hohe Luft­feuch­tig­keit ließ aber trotz­dem eini­ge Schweiß­per­len fließen.

Die Vögel wur­den auch in die­sem Jahr wie­der von Tisch­ler­meis­ter Tho­mas Claes ange­fer­tigt und kurz vor dem Vogel­schie­ßen lie­be­voll von den Kin­dern der Kita St. Mein­ol­fus bemalt. Dafür bedan­ken wir uns ganz herzlich.

Nach dem Antre­ten ver­sam­mel­ten sich Schüt­zen, Musi­ke­rin­nen und Musi­ker an der Vogel­stan­ge. Dort begann zunächst das Schie­ßen um die Wür­de des Jung­schüt­zen­prin­zen. Bereits mit dem ers­ten geziel­ten Schuss sicher­te sich der amtie­ren­de Jung­schüt­zen­prinz Jan­nik Sal­men die Kro­ne. Apfel­prinz wur­de Tor­ben Wip­per­mann mit dem 7. Schuss, das Zep­ter hol­te Lukas Wie­se­ler mit dem 10. Schuss aus dem Kugelfang.

Pünkt­lich um 16:00 Uhr fiel dann die Ent­schei­dung: Jakob Brand befrei­te den Vogel mit dem 85. Schuss aus dem Kugel­fang und ist damit neu­er Jung­schüt­zen­prinz unse­rer Bru­der­schaft. Wir freu­en uns auf einen schö­nen Schüt­zen­fest­mon­tag mit ihm und sei­nem Hofstaat.

Für Jakob ist der Titel auch fami­li­är etwas Beson­de­res: Sein Vater Ste­fan Brand, der 2017 lei­der ver­stor­ben ist, war im Jahr 1986 — also vor genau 40 Jah­ren — eben­falls Jung­schüt­zen­prinz in Etteln. Wir freu­en uns, dass Jakob die­se Tra­di­ti­on nun fortführt.

Die Jung­schüt­zen­meis­ter Jan­nik Bick­mann (links) und Lukas Wie­se­ler (rechts) las­sen den neu­en Jung­schüt­zen­prin­zen Jakob Brand hochleben
Oberst Micha­el Strie­we (rechts) und der stell­ver­tre­ten­de Jung­schüt­zen­meis­ter Jan­nik Bick­mann (links) gra­tu­lie­ren den erfolg­rei­chen Insi­gni­en­trä­gern der Jung­schüt­zen. Von links: Jan­nik Bick­mann, Apfel­prinz Tor­ben Wip­per­mann, Kron­prinz und letzt­jäh­ri­ger Jung­schüt­zen­prinz Jan­nik Sal­men, Jung­schüt­zen­prinz Jakob Brand, Zep­ter­prinz Lukas Wie­se­ler und Oberst Micha­el Striewe

Wei­ter ging es ab 16:30 Uhr mit dem Königs­vo­gel. Unser König des Jah­res 2015, Ramon Sta­che, wur­de mit dem 10. Schuss neu­er Apfel­prinz. Mit dem 16. Schuss hol­te Tobi­as Knaup, Regent des Jah­res 2023, das Zep­ter aus dem Kugelfang.

Zwar kein ehe­ma­li­ger König, aber ein zuver­läs­si­ger Aspi­rant, ist Chris­to­pher Becker. Er hol­te mit dem 40. Schuss die Kro­ne aus dem Kugel­fang und erwei­ter­te damit sei­ne Samm­lung, die mitt­ler­wei­le alle Insi­gni­en — teil­wei­se sogar mehr­fach — enthält.

Damit war Chris­to­pher aller­dings auch nicht mehr weit von der Königs­wür­de ent­fernt. Hat­te sich der Vogel im ver­gan­ge­nen Jahr noch sehr hart­nä­ckig gezeigt, ging es in die­sem Jahr deut­lich schnel­ler. Nach eini­gen geziel­ten Schüs­sen trenn­te Ste­fan Wüb­be­ke den Vogel mit dem 46. Schuss sau­ber in der Mit­te von der Stan­ge und sicher­te sich damit die Königs­wür­de. Dass Ste­fan in die­sem Jahr Ernst machen woll­te, hat­te sich im Dorf bereits ange­deu­tet — nun war es offiziell.

Oberst Micha­el Strie­we (rechts) gra­tu­liert gemein­sam mit sei­nen Oberst­ad­ju­tan­ten Micha­el Schä­fers und Tobi­as Heg­gen dem neu­en König Ste­fan Wübbeke
Oberst Micha­el Strie­we (rechts) gra­tu­liert dem neu­en Königs­paar Ste­fan und Eva Wüb­be­ke sowie den Insi­gni­en­trä­gern. Von links: Apfel­prinz Ramon Sta­che, Jonas Wüb­be­ke (Sohn des Königs­paa­res), Kron­prinz Chris­to­pher Becker, Königs­paar Ste­fan und Eva Wüb­be­ke, Zep­ter­prinz Tobi­as Knaup und Oberst Micha­el Striewe

Der gute Zustand des Vogels sorg­te direkt für Spe­ku­la­tio­nen, ob man ihn nicht im nächs­ten Jahr ein­fach wie­der­ver­wen­den kön­ne. Wir gehen aller­dings davon aus, dass er einen ange­mes­se­nen Platz bei Ste­fan fin­den wird.

Ste­fan ist Inha­ber und Geschäfts­füh­rer des Hei­zungs- und Sani­tär­be­triebs SW+Becker. Zu sei­ner Köni­gin erkor er sei­ne Frau Eva, die als Logo­pä­din eine eige­ne Pra­xis betreibt. Ste­fan ist Schüt­zen­fest­mensch durch und durch: Vor genau zehn Jah­ren, im Jahr 2016, war er bereits König im Nach­bar­ort Hen­g­larn. Sein 10-jäh­ri­ges Königs­ju­bi­lä­um fei­ert er nun also in Etteln. Zudem war er sowohl in Etteln als auch in Hen­g­larn gemein­sam mit Eva bereits im Hof­staat ver­tre­ten. Auch musi­ka­lisch ist er fest mit dem Schüt­zen­fest ver­bun­den: Als lei­den­schaft­li­cher Tuba-Spie­ler wird er der Blas­mu­sik in die­sem Jahr wohl feh­len. Wir freu­en uns auf ein gran­dio­ses Schüt­zen­jahr mit euch beiden!

Kurz nach dem Königs­schuss und vor dem Antre­ten zur Abho­lung des neu­en Hof­staa­tes gab es noch beson­de­ren Besuch: Strus und Inge beehr­ten unser Vogel­schie­ßen gemein­sam mit rund 50 fei­er­wü­ti­gen Schüt­zen­fest­freun­den vom Schüt­zen­fest-Road­trip. Mit Bra­kel, Wil­le­ba­dessen und Lich­ten­au hat­ten sie bereits drei Sta­tio­nen hin­ter sich und tra­fen kurz nach 17:00 Uhr ent­spre­chend gut gelaunt bei uns ein. Das Tam­bour­corps emp­fing die Rei­se­grup­pe gebüh­rend und beglei­te­te sie in die Hal­le. Zu die­sem Anlass spen­de­te die Schüt­zen­bru­der­schaft 50 Liter Frei­bier für alle Anwe­sen­den. Außer­dem wur­den Strus und Inge in den mys­te­riö­sen Geheim­bund der Unne­wehr ein­be­zo­gen — eine beson­de­re Ehre, die nur weni­gen Aus­er­wähl­ten und erst recht nur sehr weni­gen Män­nern bis­her zuteil wurde.

Um 19:00 Uhr folg­te die Pro­kla­ma­ti­on. Andre­as Kirch­hoff muss­te nach sei­nem gran­dio­sen Schüt­zen­jahr schwe­ren Her­zens die Königs­ket­te abge­ben. Anschlie­ßend ging es mit unse­rem neu­en König Ste­fan zur Königs­re­si­denz in den Tal­weg, wo sei­ne Köni­gin Eva und der Hof­staat abge­holt wurden.

Mit Unter­stüt­zung der Tanz­mu­sik des Musik­ver­eins Wei­berg wur­de dort trotz der hohen Tem­pe­ra­tu­ren aus­gie­big getanzt und bis zum Mor­gen­grau­en gefei­ert. Wir freu­en uns nun auf ein tol­les Schüt­zen­fest vom 11. bis 13. Juli — dann ger­ne bei ein paar Grad weniger.